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Plattenseeoffensive
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Als Plattenseeoffensive werden die letzten groß angelegten Angriffsoperationen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Darunter fallen die Unternehmen unter dem Decknamen „FrĂŒhlingserwachen“ im Raum Plattensee – Velencer See – Donau, „Eisbrecher“ im Bereich sĂŒdlich des Plattensees und „Waldteufel“ im SĂŒden des Drau-Donau-Dreiecks. Von der Westfront wurden VerbĂ€nde an den Plattensee in Ungarn gebracht, um den Vormarsch der Roten Armee in Richtung Wien zu stoppen. Das erfolglose Unternehmen dauerte vom 6. MĂ€rz bis zum Beginn der sowjetischen Gegenoffensive am 16. MĂ€rz 1945.

Contents

‱ Verlauf
‱ Verluste
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Vorgeschichte

Der Roten Armee war es bis zum Jahresende 1944 gelungen, die Donau zu ĂŒberschreiten und die ungarische Hauptstadt Budapest einzuschließen (→ Belagerung von Budapest), sĂŒdlich des Plattensees war sie weit nach Westen vorgestoßen. Deutsche Gegenangriffe im Januar 1945 hatten daher vorrangig das Ziel, die Besatzung von Budapest (13. Panzer-Division, Panzergrenadier-Division Feldherrnhalle, 8. SS-Kavallerie-Division „Florian Geyer“, 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division sowie zahlreiche kleinere deutsche Einheiten und viele VerbĂ€nde der ungarischen Armee) zu entlasten. Selbst der Einsatz der 3. SS-Panzer-Division „Totenkopf“ und der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ reichte jedoch nicht aus, um den Einschließungsring zu durchbrechen. Die Unternehmen „Konrad 3“ und „SĂŒdwind“ im Bereich sĂŒdwestlich von Budapest konnten aber zumindest vorĂŒbergehend ein weiteres Vorgehen der Roten Armee in Richtung Westen verhindern.cite-ref-1[1] Trotz der Kritik einiger deutscher GenerĂ€le (unter anderem Heinz Guderian) befahl Adolf Hitler, die nach dem Scheitern der Ardennenoffensive freiwerdende 6. Panzerarmee nicht an die Oder zur Verteidigung Berlins, sondern unter grĂ¶ĂŸtmöglicher Geheimhaltung nach Ungarn zu verlegen. Dieser Verband unter FĂŒhrung des SS-Oberst-GruppenfĂŒhrers Sepp Dietrich verfĂŒgte – zumindest auf dem Papier – mit der 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte SS Adolf Hitler, der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“, der 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“ und der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ ĂŒber hohen Kampfwert. TatsĂ€chlich waren diese Divisionen jedoch schwer abgekĂ€mpft und nur notdĂŒrftig mit unerfahrenem Ersatz aufgefĂŒllt. So war beispielsweise die Division „Das Reich“ in den vorangegangenen vier Jahren faktisch zweimal in der Sowjetunion aufgerieben worden. Von Juni 1944 bis Januar 1945 musste sie zudem die besonders verlustreichen KĂ€mpfe an der Invasionsfront in der Normandie und die fehlgeschlagene Ardennenoffensive verkraften.

Aus GeheimhaltungsgrĂŒnden wurde Sepp Dietrich wĂ€hrend der Operation mit den Tarnnamen „Höherer Pionier-FĂŒhrer Ungarn“ (lt. HungvĂĄry) bzw. „Höherer Pionier-FĂŒhrer Heeresgr. SĂŒd“ adressiert. Die Tarnnamen wurden am 18. MĂ€rz wieder aufgehoben.cite-ref-2[2]

Als Hauptgrund fĂŒr die Verlegung der 6. Panzerarmee nach Ungarn galt die Sicherung der dortigen Ölquellen und Treibstoffreserven fĂŒr die deutsche Kriegswirtschaft. Laut dem damaligen RĂŒstungsminister Albert Speer waren große Teile der Förderanlagen jedoch lĂ€ngst durch Bombenangriffe zerstört worden. Die Raffinerien bei KomĂĄrom und PĂ©t wurden am 14. MĂ€rz bzw. am 16. MĂ€rz 1945 durch alliierte Bomber zerstört und konnten bis dahin Treibstoff und Öl fĂŒr eine Offensive an der ungarischen Front liefern. Da wegen der zerstörten Bahnanlagen kaum eine Möglichkeit zum Transport von Treibstoff bestand, erschien es plausibel, eine groß angelegte Panzeroffensive dort durchzufĂŒhren, wo Treibstofflager und Ölreserven vorhanden waren.cite-ref-3[3]

Beteiligt an der Großoffensive waren die Heeresgruppe SĂŒd mit der ihr unterstellten 6. Armee (Armeegruppe „Balck“), der 2. Panzerarmee, der 6. Panzerarmee mit fĂŒnf ihr unterstellten Panzerdivisionen, die Heeresgruppe E und die Luftflotte 4.

Gliederung der gegnerischen KrÀfte

2. Ukrainische Front im MĂ€rz 1945

3. Ukrainische Front im MĂ€rz 1945

Heeresgruppe SĂŒd im MĂ€rz 1945

Verlauf

Der deutsche Angriff

Mit dem FĂŒhrerbefehl vom 25. Februar 1945 gingen die Anweisungen ĂŒber die „Operation in Ungarn“ an den Chef des Generalstabes des Heeres Heinz Guderian, die Heeresgruppe SĂŒd (Otto Wöhler) und den Oberbefehlshaber SĂŒdost (Maximilian von Weichs). Das Ziel des Unternehmens „FrĂŒhlingserwachen“ sei die Bereinigung des Raumes zwischen Drau, Donau und Plattensee.cite-ref-6[6]

Die 6. Panzerarmee sollte den Hauptschlag gegen die sĂŒdöstlich der Linie Balaton-Velencer See stehende 3. Ukrainische Front unter dem Kommando von General Fjodor Tolbuchin fĂŒhren und sie gegebenenfalls bis ĂŒber die Donau zurĂŒckdrĂ€ngen. Diese Armee wurde dabei durch weitere Divisionen der Heeresgruppe SĂŒd verstĂ€rkt (44. und 356. Infanterie-Division, 23. Panzer-Division, 3. und 4. Kavallerie-Division).

Das sowjetische Oberkommando (STAVKA) ordnete bereits am 17. Februar 1945 die Vorbereitungen fĂŒr die Offensive der 2. und 3. Ukrainischen Front gegen Bratislava (Pressburg) und Wien an. Drei Tage spĂ€ter lagen Informationen ĂŒber den geplanten deutschen Angriff vor, der 3. Ukrainische Front wurde befohlen, sich auf die Verteidigung vorzubereiten. Dadurch entfiel das Moment der Überraschung völlig, da die Rote Armee bis zum 3. MĂ€rz an den Schwerpunkten der bedrohten Abschnitte drei Verteidigungslinien mit mehreren Zwischenstellungen einrichten konnte. ZusĂ€tzlich zu den vier KriegsbrĂŒcken wurden eine Seilbahn und eine Ölleitung ĂŒber die Donau gefĂŒhrt, um den Nachschub wĂ€hrend der Verteidigung zu sichern und gleichzeitig die Reserven fĂŒr die eigene große Offensive, die fĂŒr den 15. MĂ€rz geplant war, bereitzustellen.

Die in Jugoslawien stehende Heeresgruppe E sollte zeitgleich mit dem Angriff der 6. Panzerarmee die Drau nach Norden ĂŒberschreiten und in die Ebene zwischen der Drau (Drava) und Donau einfallen. Dieses Unternehmen erhielt den Namen „Waldteufel“ und war fĂŒr den 4. MĂ€rz 1945 geplant. Nahziel war unter anderem die RĂŒckeroberung der Stadt MohĂĄcs. FĂŒr den Angriff war das LXXXXI. Armeekorps verantwortlich, das sich aus der 297. Infanterie-Division, der 104. JĂ€ger-Division, der 11. Luftwaffen-Felddivision sowie der Division z.b.V. Fischer zusammensetzte.cite-ref-7[7]

Die sĂŒdlich des Plattensees stehende 2. Panzerarmee sollte unter dem Tarnnamen „Eisbrecher“ bei Nagybajom angreifen und die Vereinigung der Heeresgruppe SĂŒd mit der Heeresgruppe E herbeifĂŒhren. Die 2. Panzerarmee begann am 6. MĂ€rz um vier Uhr morgens mit dem Angriff von Nagybajom in Richtung KaposvĂĄr. Die Hauptlast trug das LXVIII. Armeekorps mit der 16. SS-Panzergrenadier-Division „ReichsfĂŒhrer SS“. Diese Einheit verfĂŒgte ĂŒber keine Kampfpanzer, sondern lediglich ĂŒber SturmgeschĂŒtze und SchĂŒtzenpanzer. Wenige Kilometer östlich von NĂĄgybajom blieb der Angriff gegen neun Uhr morgens infolge starker Gegenwehr stecken. Versuche der ArmeefĂŒhrung, die Angriffsrichtung von Ost auf SĂŒdost zu verlagern, scheiterten an der Ablehnung durch das Oberkommando der Heeresgruppe SĂŒd.cite-ref-8[8]

Im Bereich der Heeresgruppe E konnten zwar zwei BrĂŒckenköpfe mit FĂ€hrbetrieb ĂŒber die Drau gebildet werden, der Vorstoß in Richtung MohĂĄcs scheiterte aber an der Verteidigung durch Titos Partisaneneinheiten und durch Angriffe der sowjetischen LuftstreitkrĂ€fte.

Der Angriff der 6. Panzerarmee begann nach mehreren Verschiebungen wegen Wetter und AusfĂ€llen im Schienenverkehr am 6. MĂ€rz. Das I. SS-Panzerkorps sollte den Übergang ĂŒber den Siokanal erzwingen, dem II. SS-Panzerkorps wurde die Einnahme von Dunaföldvar ĂŒbertragen. SĂŒdlich davon hatte die Armeegruppe Balck mit dem III. Panzerkorps den Durchbruch bei Seregelyes zu erreichen. ZunĂ€chst gelangen vor allem den SS-Panzerdivisionen kleinere GelĂ€ndegewinne.

Erst am 9. MĂ€rz gelang der 1. und 12. SS-Panzerdivision ein Einbruch beim 135. SchĂŒtzenkorps der sowjetischen 26. Armee. Bis zum Abend konnte das I. SS-Panzerkorps die Linie Bozotpatak-Deg-Ujhodos-Enying erreichen. Das II. SS-Panzerkorps (2. und 9. SS-Panzerdivision) unter SS-GruppenfĂŒhrer Bittrich stieß östlich des Sarvizkanals auf sumpfiges GelĂ€nde und kam nicht voran. Die Verluste waren aber durch den heftigen sowjetischen Widerstand und die ungĂŒnstigen, schlammigen BodenverhĂ€ltnisse, die einen effektiven Einsatz der Panzer verhinderten, sehr hoch.

Erst am 11. MĂ€rz konnte vom I. SS-Panzerkorps der 30 Meter breite SiĂł-Kanal bei Simontornya unter schweren Verlusten ĂŒberquert werden. Das III. Panzerkorps drang sĂŒdlich des Velencer See bis zum Ort GĂĄrdony vor und lief dann fest. General Breith, der am 6. MĂ€rz mit 153 Panzern angegriffen hatte, verfĂŒgte jetzt nur noch ĂŒber 63 Panzer und SturmgeschĂŒtze.cite-ref-9[9] Bei den Sowjets wurden VerstĂ€rkungen von der nördlich der Donau eingesetzten 2. Ukrainischen Front zur 3. Ukrainischen Front verlegt. Bis zum Beginn der großen sowjetischen Gegenoffensive konnten von der 6. Panzerarmee nur noch unbedeutende GelĂ€ndegewinne verzeichnet werden.

Erfolgreiche sowjetische Gegenoffensive

Am 16. MĂ€rz begann am rechten FlĂŒgel der 3. Ukrainischen Front die sowjetische Gegenoffensive. Die frisch aufgefĂŒllte 9. Gardearmee griff zusammen mit der dort bereits eingesetzten 4. Gardearmee die Sicherungen der 6. Armee (Armeegruppe „Balck“) an, deren Aufgabe es war, der 6. Panzerarmee den RĂŒcken freizuhalten. Der sowjetische Angriff wurde von der 17. Luftarmee der 3. Ukrainischen Front und der 5. Luftarmee der 2. Ukrainischen Front unterstĂŒtzt.cite-ref-10[10] Sollte den sowjetischen Gardearmeen der Durchbruch gelingen, dann drohte den am Ostufer des Balaton vorgeschobenen deutschen KrĂ€ften die Abschneidung. Die weiter im Osten vorgestoßenen Angriffsdivisionen der deutschen 6. Panzerarmee befanden sich in einer gefĂ€hrlichen Lage.

Bis zum 18. MĂ€rz brachen die Sowjets endgĂŒltig an der Front der Armeegruppe Balck durch. Der frisch herangefĂŒhrten 9. Gardearmee unter Generalleutnant Glagolew gelang zwischen SzĂ©kesfehĂ©rvĂĄr und MĂłr der operative Durchbruch. Der entscheidende Durchbruch gelang der Roten Armee, nachdem 42 sowjetische Divisionen und acht schnelle Korps konzentriert gegen die Stellungen der Wehrmacht vorgingen. Der nördliche Angriffskeil der 4. Gardearmee unter General Zachwatejew brach ĂŒber FelsƑgalla durch und nahm Tata-TĂłvĂĄros ein. Die Verbindung zwischen der deutschen 6. Panzerarmee und ungarischen 3. Armee war dadurch verloren gegangen. Die kampfkrĂ€ftigeren Teile der 6. Panzerarmee wurden nach Norden umgruppiert und ĂŒbernahmen den Gefechtsabschnitt bis zur Donau, wĂ€hrend sich die 6. Armee nun allein fĂŒr den sĂŒdlichen Frontabschnitt bis zum Plattensee verantwortlich zeichnete.

Nachdem am 19. MĂ€rz die sowjetische 6. Garde-Panzerarmee ihren Angriff begann, stieß diese in Richtung Westen nach VĂĄrpalota durch. Der sowjetische Vormarsch beschleunigte sich und der Durchbruch wurde 35 Kilometer Breite und 25 Kilometer Tiefe erweitert. Die 6. Panzer-Armee entging dabei nur knapp einer Einkesselung: den Gegnern fehlten lediglich drei Kilometer, um den Divisionen dieser Armee den RĂŒckweg abzuschneiden. Zur gleichen Zeit umschlossen die sowjetische 7. Gardearmee und die 46. Armee sĂŒdlich der Donau die ungarische 3. Armee im Raum zwischen Esztergom und KomĂĄrom. Die LĂŒcke, die sich nun zwischen der 6. Panzer-Armee im Norden und der 6. Armee im SĂŒden aufgetan hatte, konnte nicht mehr geschlossen werden.

Am 21. MĂ€rz musste das seit Januar 1945 hart umkĂ€mpfte SzĂ©kesfehĂ©rvĂĄr (Stuhlweißenburg) durch StandartenfĂŒhrer Karl Ullrich (5. SS-Panzer-Division „Wiking“) entgegen dem „FĂŒhrerbefehl“ zum Kampf bis zum letzten Mann aufgegeben werden. Am nĂ€chsten Tag drohte sich der nur mehr ungefĂ€hr drei Kilometer breite Korridor zwischen dem Balaton und der sowjetischen 6. Garde-Panzerarmee zu schließen und mehrere SS-Divisionen einzukesseln. Dieser Kessel konnte nur fluchtartig mit UnterstĂŒtzung der 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“ unter hohen Verlusten bis zum 23. MĂ€rz gerĂ€umt werden.

Die 6. Panzerarmee musste ihre Einheiten in Richtung Nordburgenland und Wien zurĂŒckziehen, verfolgt von den drei sowjetischen Gardearmeen, wĂ€hrend sich die 6. Armee in Richtung SĂŒdburgenland und Steiermark zurĂŒckzog, verfolgt von der sowjetischen 26. und 27. Armee. Diese FrontlĂŒcke klaffte in Richtung Mittelburgenland, dem Bezirk Oberpullendorf. Sie bildete Ende MĂ€rz fĂŒr die Divisionen der 6. Gardepanzerarmee, der 4. und 9. Gardearmee das Einfallstor nach Österreich.

Nach dem Ende der Operation „FrĂŒhlingserwachen“ verlangsamten sie ihren Vormarsch zeitweise (siehe Schlacht um Wien#Vorgeschichte).

Verluste

Bei ihrer letzten Defensivoperation im Zweiten Weltkrieg erlitt die Rote Armee zwischen dem 6. und 15. MĂ€rz nach eigenen Angaben Verluste in Höhe von 32.899 Mann, davon 8.492 Tote und 24.407 Verwundete,cite-ref-11[11] außerdem 152 Panzer und 415 Panzerabwehrkanonen. Die Verluste der Wehrmacht betrugen demgegenĂŒber im selben Zeitraum insgesamt 12.358 Gefallene, Vermisste und Verwundete sowie 31 Panzer.cite-ref-12[12] Die auffallend geringe Zahl an verlorenen Panzern bis 15. MĂ€rz erklĂ€rt sich laut UngvĂĄry in dem Umstand, dass die Panzer aufgrund von Anmarschproblemen und der BodenverhĂ€ltnisse erst gar nicht ins Gefecht gefĂŒhrt werden konnten. Ein Großteil der Panzer und andere schwere Waffen und AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde wurden wĂ€hrend des RĂŒckzuges teils unbeschĂ€digt in Ungarn zurĂŒckgelassen. Am Westufer des Balaton und im Bakony-Gebirge fielen der Roten Armee unbeschĂ€digte Panzerkolonnen kampflos in die HĂ€nde, aus denen eigene Panzerkompanien gebildet werden konnten.cite-ref-13[13] Mit ĂŒber 700 einsatzbereiten Kampfpanzern wurden beim Unternehmen „FrĂŒhlingserwachen“ etwa 30 % der gesamten deutschen Panzer eingesetzt. Nur wenige davon waren nach dem von Hitler und dem OKW verbotenen und unkoordinierten RĂŒckzug Ende MĂ€rz 1945 noch in HĂ€nden der Wehrmacht.cite-ref-14[14]

Die Situation fĂŒr die Zivilbevölkerung Ungarns wĂ€hrend der letzten KĂ€mpfe in Ungarn war prekĂ€r. Von der Roten Armee wurden die Ungarn als VerbĂŒndete des Deutschen Reiches behandelt, mehrere Dokumente militĂ€rischer und privater Herkunft beschreiben schwere Übergriffe durch Angehörige der Roten Armee gegen die Zivilbevölkerung, insbesondere gegen Frauen.cite-ref-15[15] Mit insgesamt ca. 590.000 zivilen Toten (gegenĂŒber ca. 350.000 militĂ€rischen Toten) sind die Verlustzahlen der ungarischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg außerordentlich hoch. Den Großteil der zivilen Toten stellen 440.000–490.000 von der SS und antisemitischen ungarischen VerbĂ€nden verschleppte, ermordete oder bei Zwangsarbeit getötete Juden dar.cite-ref-16[16]

Auch von Seiten der deutschen Wehrmacht wurde den Ungarn Misstrauen entgegengebracht, insbesondere seit den erfolglosen Versuchen der ungarischen Regierung Horthy, mit der Sowjetunion einen Waffenstillstand zu erwirken.cite-ref-17[17] Gelegentlich folgten Soldaten der ungarischen VerbĂ€nde den Lautsprecheraufrufen der Roten Armee zum Überlauf.

Literatur

‱ Josef Paul Puntigam: „Vom Plattensee bis zur Mur“, Verlag Hannes Krois Medienhaus, Feldbach 1993.
‱ Karl-Heinz Frieser (Hrsg., Autor), KrisztiĂĄn UngvĂĄry (Co-Autor), u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8: Die Ostfront: Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten., im Auftrag des MGFA. Deutsche Verlags-Anstalt DVA, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-421-06235-2.

Weblinks

‱ Wolfgang Etschmann (Landesverteidigungsakademie): Die Schlachten um Wien und Berlin 1945 (2015)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Karl-Heinz Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 929.
cite-note-22. ↑ Auszug aus dem Kriegstagebuch der Heeresgruppe SĂŒd, aus: Paul Josef Puntigam: Vom Plattensee bis zur Mur. Hannes Krois Medienhaus, Feldbach 1993, S. 335.
cite-note-33. ↑ Karl-Heinz Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 926.
cite-note-41. W.I. Festjkow / K.A. Kalaschnikow: ĐšŃ€Đ°ŃĐœĐ°Ń ĐŃ€ĐŒĐžŃ ĐČ ĐżĐŸĐ±Đ”ĐŽĐ°Ń… Đž ĐżĐŸŃ€Đ°Đ¶Đ”ĐœĐžŃŃ… 1941–1945, Moskwa 2003, S. 150–160.
cite-note-52. OKW-Kriegstagebuch Band IV, S. 1886.
cite-note-66. ↑ Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW, Band 4, Teilband 2. Weltbild Verlag, Augsburg 2005, S. 1423.
cite-note-77. ↑ Paul Josef Puntigam: Vom Plattensee bis zur Mur. Hannes Krois Medienhaus, Feldbach 1993, schematische Kartendarstellung der Operation FrĂŒhlingserwachen
cite-note-88. ↑ Paul Josef Puntigam: Vom Plattensee bis zur Mur. Hannes Krois Medienhaus, Feldbach 1993, S. 51.
cite-note-99. ↑ Peter Gosztony: Endkampf an der Donau. Molden Verlag, S. 228 f.
cite-note-1010. ↑ Franz Kurowski: Balkenkreuz und Roter Stern: Der Luftkrieg ĂŒber Russland 1941–1944, Dörfler, 2006, S. 458.
cite-note-1111. ↑ G.F. Krivosheev: Soviet Casualties and Combat Losses in the Twentieth Century. London 1997, S. 110.
cite-note-1212. ↑ K.-H. Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 942.
cite-note-1313. ↑ K.-H. Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 948.
cite-note-1414. ↑ K.-H. Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 943.
cite-note-1515. ↑ Paul Josef Puntigam: Vom Plattensee bis zur Mur. Hannes Krois Medienhaus, Feldbach 1993, S. 81, 288, 362.
cite-note-1616. ↑ K.-H. Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 955.
cite-note-1717. ↑ K.-H. Frieser, KrisztiĂĄn UngvĂĄry u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8, MĂŒnchen 2007, S. 877.